Fidschi




Da die Genehmigung meines Neuseeland-Visum länger als gedacht dauerte und ich Australien verlassen musste, bevor ich die Eintrittserlaubnis für Neuseeland hatte, musste ich mir eine Übergangslösung einfallen lassen. So besuchte ich „notgedrungen“ den Inselstaat, welcher von vielen Menschen aufgrund der „lebensfreundlichen“ Temperaturen, den Postkartenstränden und der farbenfrohen Unterwasserwelt in wohl klarsten Gewässern der Welt, als das tropische Urlaubs- Eldorado schlechthin angesehen wird. Nicht schlecht für eine Notlösung!

Die erste Zeit verbrachte ich auf Waya-Lailai, einer winzigen Insel auf den Yasawas, nordwestlich der Hauptinsel Viti Levu. Dort genoss ich die Ruhe und Idylle und fühlte mich zum ersten mal seit langen wie im Urlaub. Aber nach einer Woche wurden mir selbst Delfinsichtungen, Strandgenuss, Urwaldstreifzüge, Schnorchelexkursionen und das Relaxen in einer Hängematte zu langweilig und ich fuhr zurück auf das was die Fidschianer „Festland“ nennen, also die größte Insel Viti Levu.

Dort besuchte ich ein kleines Dorf namens „Abaca“ (gesprochen Ambaka), welches in einem geschützen Wald liegt und seit kurzer Zeit eine Art Ökotourismus anbietet. Umgeben ist das Dorf von wahrhaft wildem Grün, durchzogen von Bachläufen und Wasserfällen. Allein das satte, kräftige Grün hatte schon eine wohltuende und mobilisierende Wirkung auf mich, die mich regelrecht beflügelte, ihre Schönheit bildlich festzuhalten.
Große Freude bereitete ebenso die Insel Taveuni, welche auch als Garten- oder Orchideen-Insel bekannt ist, wegen ihrer großzügigen Bewaldung. Auf der östlichen Seite der Insel liegt der kleine Ort Lavena am Palmengesäumten, weißen Sandstrand am Rande von dichtem Grün. Dieser Garten Eden wurde für mich perfekt als ich an eben jenem Strand einen Seekrait, genauer einen Nattern-Plattschwanz, Laticauda colubrina, ausfindig machte. Diese Art hatte ich schon in Malaysia gefunden und mich anschließend ausgiebig über sie informiert. Aufgrund meines neuerworbenen Wissens, dass die Art zwar hochgiftig, dafür aber umso friedfertiger war, traute ich mich nun, sie vorsichtig zu händeln. Die Einheimischen haben anstelle von Respekt Angst vor Schlangen und töten darum jede beinlose Kreatur die ihren Weg kreuzt. Ich bin sehr froh, zumindest einem Jungen, der sich ebenfalls am Strand aufhielt, einen Teil seiner Angst vor diesen Tieren genommen zu haben, als er mich beobachtete, wie ich den Kaltblüter durch meine Hände gleiten ließ und er ihn zu guter Letzt auch selbst behutsam anfasste.
Ich erfuhr von den Einheimischen vor Ort, dass ein Amerikaner eine winzige Nachbarinsel oder einen Teil dieser gekauft hatte und nun allerlei nicht heimischer Tiere dort aussetzte wie etwa Schildkröten und Grüne Leguane (Iguana iguana) die ursprünglich aus Südamerika stammen. Diese haben sich rasch vermehrt und kommen auf Treibholz zu anderen Inseln, wo sie die seltenen Fidschi-Leguane (Brachylophus spp.) verdrängen.
Als ich endlich mein Visum erhielt, wurde es Zeit dieses wunderschöne Land zu verlassen.