Sri Lanka



Gleich zu Anfang meines einmonatigen Aufenthalts in Ceylon geriet ich in eine äußerst gastfreundliche, hilfsbereite sri lankanische Familie, welche mir die gesamte Zeit während meines Besuches in ihrem Land weiterhalf.
So kam ich dazu, in einem kleinem Dorf bei Medirigiriya Freunde eben jener Familie zu besuchen, dort das sri lankanische Landleben kennen zu lernen und mich von ihrer Farm aus in der Trockenzone ein wenig umzuschauen. Trotz der wilden Waldelefanten im trockenen Norden empfand ich die Feuchtzone im Süden der Insel interessanter. Vor allem weil es gerade dort nicht nur mehr Reptilien gibt, sondern auch allgemein die meisten Arten hier vorkommen, was bedeutet, dass es auch eine höhere Endemitenrate gibt als im Norden und Osten der Insel.
Tatsächlich sind knapp 60% der dortigen Herpetofauna endemisch* und haben oft auch ein sehr skurriles Erscheinungsbild (besonders die Lyrakopfagame [Lyriocephalus scutatus] und die Endemiten der Knuckels [Ceratophora tennenti] und der Horton Plains [Ceratophora stoddartii] ).
Mit 16% endemischer Fauna ist Sri Lanka eines der endemitenreichsten Länder der Welt, trotz seiner relativ kleinen Größe.
Aufgrund von Zeitmangel besuchte ich „nur“ den Gannoruwa Forest bei Kandy, den Primärregenwald bei Kitulagala und das Weltkulturerbe des Sinharaja Forest, dem größten zusammenhängenden Primärregenwald der Insel, welcher von hoher Bedeutung ist, da er ein wichtiger Biodiversiäts- Hotspot und Rückzugsort vieler bedrohter Arten ist. Aufgrund der sehr nahen Lage zum Äquator herrscht dort ein immerfeuchtes Klima, was bedeutet, dass es jeden Tag, etwa zur selben Zeit, regnet. Dieses ganz spezielle Klima ist für ganz bestimmte Tierarten von großer Bedeutung: Blutegel. Nirgendwo habe ich mehr Blut durch diese kleinen Sauger verloren als im Sinharaja Forest, wo man sie vor allem in der Nähe von Bächen zu Hunderten auf einen zu kriechen sieht.
Von Sri Lanka bin ich persönlich restlos begeistert und empfinde es neben Australien als „herpetologisches Paradies“. Doch nicht nur die Tierwelt ist grandios, auch die Einheimischen haben überdurchschnittlich viel von der asiatischen Gastfreundlichkeit und sind aufgrund ihrer Religion (Buddhismus) noch friedfertiger und toleranter als ihre Nachbarn.
Ich möchte später Sri Lanka unbedingt noch einmal bereisen und freue mich schon jetzt auf die Wiederkehr!






*Quelle: The Red List of Threatened Fauan and Flora of Sri Lanka. Colombo, Sri Lanka: The World Conservation Union (IUCN). 2007